Die Pyrolyx-Technologie

Der Kreislauf schließt sich

Für die Reifenproduktion sind große Mengen an Rohstoffen erforderlich. Allein über 20 Millionen Tonnen Erdöl werden jährlich für die Herstellung von Carbon Black, einem Hauptbestandteil von Reifen verbraucht. Dabei werden aromatenreiche Öle (der sogenannte Feedstock) bei sehr hohen Temperaturen in ein Heißgas eingedüst und dort unvollständig verbrannt bzw. thermisch gespalten, so dass Carbon Black entsteht. Die Rückgewinnung des Carbon Blacks aus dem Produkt, für das es anschließend verwendet wurde, war bisher jedoch nicht möglich. Einmal im Endprodukt gebunden, stand es bislang dem Kreislauf nicht mehr zur Verfügung. Schon viele Entwickler und Ingenieure haben vergeblich versucht, diesen wertvollen Bestandteil aus Altreifen zurückzugewinnen, der Produktion von Gummiprodukten wieder zuzuführen und damit den Kreislauf zu schließen.

Wegweisend

Aus diesem Grund sind wir stolz, die weltweit erste und einzige marktreife Technologie für einen geschlossenen Wertstoffkreislauf zu entwickeln, die das Altreifengranulat in industriell nutzbare Rohstoffe zerlegt und ein qualitativ hochwertiges Carbon Black erzeugt: die Pyrolyx-Technologie. Bei diesem Verfahren werden unter Sauerstoffausschluss organische Verbindungen im vulkanisierten Gummigranulat bei Temperaturen zwischen 350 ° und 700 °C gelöst. Neben Öl und reinen Gasen, die zur Energie- und Hitzegewinnung eingesetzt werden können, bleibt Pyrolyx-Carbon-Black zurück, der weltweit erste umweltschonend produzierte Industrieruß. Pyrolyx-Carbon-Black entspricht höchsten Qualitätsstandards und enthält keine toxischen oder krebserregenden Bestandteile in nennenswerter Konzentration (z. B. liegen die PAK-Werte des Pyrolyx-Carbon-Blacks unterhalb der Nachweisgrenze und sind damit mindestens 1.000 Mal niedriger als bei herkömmlich hergestelltem Carbon Black) – die perfekte Grundlage für die Herstellung neuer Reifen.

Die Pyrolyx-Technologie kann die Herstellung vieler Kautschukprodukte grundlegend verändern, weil sie den Kreislauf zum ersten Mal schließt: Der Altreifen geht nahezu vollständig im neuen Reifen auf, zusätzliche Rohstoffe sind nur in geringem Maße erforderlich – ein enormer ökologischer und ökonomischer Fortschritt!

Der erste geschlossene Wertstoffkreislauf für Carbon Black

Bereit für den Markt

Die Pyrolyx AG hält alle Rechte an der Pyrolyx-Technologie und hat die grundlegenden Test- und Pilotreaktoren finanziert. Jetzt gilt es, das neue Verfahren weltweit zu etablieren. Nach Fertigstellung der ersten großindustriellen Anlage starten wir gemeinsam mit der Zeppelin Systems GmbH, einem international führenden Anlagenbau-Unternehmen, den globalen Verkauf unserer Turnkey-Anlagen.

Das einzige nachhaltige Verfahren zur Altreifenverwertung

Schon lange gilt die Pyrolyse unter Experten als die Zukunft der Altreifenverwertung. Die Methode, Abfallstoffe unter Sauerstoffausschluss so stark zu erhitzen, dass sich organische Verbindungen lösen, hat sich mittlerweile in vielen Bereichen bewährt. Ausgerechnet bei der Aufarbeitung des nahezu unbegrenzt vorhandenen Gummigranulats konnte bisher kein Verfahren überzeugen.

Mit der Pyrolyx-Technologie in die Gewinnzone

Die Pyrolyx-Technologie ermöglicht es, zum ersten Mal Gummigranulat aus Altreifen wirtschaftlich rentabel und technisch nachhaltig zu verwerten. Das Verfahren wurde in verschiedenen Pilotanlagen erfolgreich getestet. Dabei haben Analysen namhafter Institute wie dem Fraunhofer-Institut und dem Deutschen Institut für Kautschuktechnologie sowie die bisherigen umfangreichen Tests führender Reifenhersteller die grundsätzlich hochwertige Qualität des auf diese Weise gewonnenen Carbon Blacks belegt. Daher gehen wir davon aus, dass auch die abschließenden Tests der Reifenindustrie dies bestätigen.

Neu an der Pyrolyx-Technologie ist die Kombination der beiden Verfahren Pyrolyse und Depolymerisation. Dabei kommt ausschließlich handelsübliches Altreifengranulat etablierter Anbieter zum Einsatz, dessen Verfügbarkeit in allen industrialisierten Märkten langfristig gesichert ist.

Herkömmliche Carbon-Black-Produktion

Gas, Öl und Carbon Black

Bei der Pyrolyx-Technologie werden neben verfahrensbezogenem Industrieruß Gase mit organischen Verbindungen freigesetzt, die durch Kühlung zu Öl kondensieren. Der Anteil und die Zusammensetzung dieser Fraktion ist abhängig von Temperatur, Verweilzeit und spezifischen Prozessparametern.

Über mehrere Stunden bleibt das Material in der Anlage, die in Zonen mit verschiedenen Temperatur- und Verarbeitungszuständen unterteilt ist. Leitet man die dort freigesetzten Gase durch einen Kondensator, verflüssigen sich ihre dampfförmigen organischen Komponenten, die dann als Öle in verschiedenen Fraktionen ausgetragen werden. Sie können als wertvoller Grundstoff verkauft, weiterverarbeitet oder als Energieträger bei der Herstellung weiteren Carbon Blacks verwendet werden. Die von den kondensierbaren Bestandteilen befreiten Gase haben eine mit Erdgas vergleichbare Qualität und werden zur Verstromung genutzt. Am Austritt der Vorrichtung bleibt schließlich eine feststoffliche Koksfraktion übrig, Carbon Black. Der Kreislauf hat sich geschlossen. 

Der Pyrolyx-Kreislauf